was uns bewegt

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Michael Begerow-Fischer;

Initiator der Friedenswallfahrt:

Zurzeit mache ich mir ernsthafte Sorgen um den Zusammenhalt in Europa. Ich bin aufgewachsen in der Dankbarkeit für die Überwindung der Gräben zwischen unseren Ländern und in der Freude über eine wachsende europäische Gemeinschaft. Das Gedenken an die menschlichen Opfer des ersten Weltkrieges auf den Schlachtfeldern in Frankreich kann uns noch einmal tiefer bewusst werden lassen, wie zerstörerisch und sinnlos der Nationalismus für uns Menschen ist. Dagegen bezeugen die Kathedralen in Reims, Paris und Chartres etwas vom Schönsten und Feinsinnigsten, wozu wir Menschen gemeinsam fähig sind, wenn wir uns dem Aufbau widmen, und nicht der Zerstörung. Auch eine gemeinsame Wallfahrt zu diesen Orten baut Gemeinschaft auf. Ich bin gespannt, ob wir dort, wo wir ankommen, auch eine Resonanz bewirken.

 

20180511_155131Hans-Steffen Kind:

Bei unserer gemeinsamen Fahrt bewegt mich zunächst mal das Gedenken an meinen Großvater Max, der 1917 mit 17 Jahren eingezogen wurde und dank einer Lungenentzündung im Lazarett überlebte – (wo, ist mir unbekannt) während seine Kompanie „komplett aufgerieben“ wurde. Nach dem Krieg konnte er nicht mehr (ev.) Pastor werden: „mit dem Tod wollte er nichts mehr zu tun haben“. (1939 wurde er erneut eingezogen, überlebte unter ähnlichen Umständen, anschließend auch die Gefangenschaft und kam krank nach Hamburg zurück). Mein Gedenken weitet sich und schließt letztlich die gesamte Generation ein – mit tiefer Dankbarkeit für Frieden und Freundschaft in weiten Teilen ‚meiner‘ Welt.
Verdun steht für das Grausame, das Menschen sich zu allen Zeiten bis zur völligen Selbstzerstörung antun – Chartres für Verankerung im Göttlichen und Heilung durch Gottes Liebe und Licht. Die Kathedrale scheint mir ein Symbol dafür zu sein, was menschliches Streben bewirken kann, wenn alle Kraft sich darauf ausrichtet, Gott entgegen zu kommen und auf seine Liebe zu antworten. Es ist ein besonderer spiritueller, bergender und heilender Resonanzraum entstanden: mag er – wie überhaupt die Kirchen, die mir(und uns) auf der Pilgerfahrt begegnen, daran erinnern, dass ich mich jederzeit mit Gott als meiner inneren Quelle verbinden kann – nicht zuletzt um ein Instrument seines Friedens zu sein.

IMG_1305Angela Pauen-Böse, Organisatorin

Für mich steht auf unserer Wallfahrt im Vordergrund, dass wir uns als Gemeinschaft erfahren können, die zusammen unterwegs ist, um für das Gelingen von Frieden beizutragen und sich von Gottes Geist begleitet weiß;  wir sind sozusagen ein Spiegelbild von Kirche als pilgerndes Volk Gottes.  Die Friedenswallfahrt mit dem Fahrrad zu „erfahren“ macht den Reiz aus: die Lust an der Bewegung, der Himmel über uns, das Surren des Asphalts und auf diese Weise denkwürdigen Orten begegnen.So erlebe ich mich lebendig, berührt von den Wunden des Krieges , gestärkt von der Hoffnung auf Frieden, immer auf dem Weg.

Madeleine Debrel, eine französische Kirchenfrau formulierte es so : “ Immer weiter!, sagst DU zu uns in allen Kurven des Evangeliums… DU hast Dir für uns ein seltsames Gleichgewicht ausgedacht…wie mit einem Fahrrad, das nur aufrecht hält, wenn es fährt…“

So bleiben wir auf der Suche nach Frieden und jagen ihm nach. (Psalm34)

 

 

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